für-gründer.de hat mir ein paar Fragen zur Unternehmerinnen-Safari gestellt und wollte wissen, wie es sich so als Unternehmerin lebt.
Meine Antworten kann man hier lesen.

 

Oder hier:

Vorbild-Unternehmerinnen geben Einblick in ihre Gründerwelt

Für alle Frauen in Berlin und Brandenburg, die bereits mit der Selbstständigkeit liebäugeln, aber noch Fragen haben oder einfach nur in den Alltag einer Unternehmerin hinein schnuppern möchten, ohne aufs Ganze gehen zu müssen, könnte die Unternehmerinnen-Safari genau das Richtige sein. Hier treffen gründungsinteressierte Frauen auf ernannte Vorbild-Unternehmerinnen. Wir sprachen mit einer Vorbild-Unternehmerin über die Aufgaben und Herausforderungen, die der Titel mit sich bringt.



Die vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im Rahmen der Initiative „Frauen unternehmen“ ausgezeichneten Vorbild-Unternehmerinnen in Berlin und Brandenburg nehmen demnächst gründungsinteressierte Frauen mit auf eine Safari-Tour durch die abenteuerliche Welt der Selbstständigkeit. Die teilnehmenden Frauen werden sich an fünf aufeinanderfolgenden Tagen in einem anderen Unternehmen umsehen können und erfahren, was es heißt, eine selbstständige Frauen zu sein – sei es als Teilzeit-Selbstständige oder als Kopf eines großen Teams. Die Teilnehmerinnen lernen fünf vorbildliche Unternehmerinnen kennen und verbringen Zeit mit ihnen. Ziel ist es, die Sichtbarkeit von Unternehmerinnen in der Öffentlichkeit zu erhöhen und Frauen zu unterstützen, die gründen wollen.

Die Teilnahme an der Unternehmerinnen-Safari ist kostenlos, richtet sich ausschließlich an Frauen und bietet einen Einblick in die unternehmerische Landschaft in Berlin und Brandenburg. Bewerbungsschluss ist der 17. Mai 2015.

Unternehmerinnen-Safari Berlin-Brandenburg
Die Safari soll künftig jeweils einmal im Frühjahr und einmal im Herbst stattfinden (Bild: Unternehmerinnen-Safari)

Für-Gründer.de: Hallo Frau Gabbey, Sie wurden im Rahmen der Initiative „Frauen unternehmen“ zu einer von 180 Vorbild-Unternehmerin in Deutschland gewählt. Was verbirgt sich hinter dieser Aktion und wie verlief der Auswahlprozess?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Es handelt sich hierbei um eine Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums. Ziel war es, aktive und engagierte Unternehmerinnen zu finden und zu vernetzen. Die Vorbildunternehmerinnen sollen bei öffentlichen Auftritten, Vorträgen und Workshops anderen Frauen über ihre Erfahrungen berichten und sie natürlich mit ihrer Freude am Unternehmerinnen-Sein anstecken. Wenn ich mir die tollen Frauen ansehe, die sich treffen und engagieren, könnte der Plan aufgehen.

Für-Gründer.de: Dieses Prädikat macht unsere Leser sicherlich neugierig darauf, wer Sie sind und was Sie machen.

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Ich bin leidenschaftliche Werbetexterin, kommunikationsstrategische Beraterin und analytische Zielgruppenexpertin. Mit meinem Wissen und meiner Erfahrung aus über 20 Jahren in großen Werbeagenturen habe ich mich vor fünf Jahren selbstständig gemacht. Gemeinsam mit meiner Grafikpartnerin Cathleen Leu berate ich mittelständische Unternehmen in Sachen Unternehmenskommunikation. Wir finden heraus, was das jeweilige Angebot auszeichnet, finden überzeugende Verkaufsargumente und entwickeln daraus einen individuellen und aufmerksamkeitsstarken Auftritt. Diesen setzen wir grafisch und textlich um – vom Logo bis zur Webseite, vom Flyer bis zum Messestand.

Für-Gründer.de: Mit welchen Hürden und Problemen haben Sie in Ihrem Alltag als Unternehmerin zu kämpfen?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Als alleinerziehende Mutter und Unternehmerin steht ganz oben sicher das Zeitmanagement, dass eine Herausforderung ist. Doch darin liegt ja auch der Vorteil der Selbstständigkeit für mich.

Ich kann mir meine Arbeitszeit zum großen Teil so einteilen, wie es meinen Alltagsanforderungen entspricht. Die Neuen Medien machen es zum Glück möglich, dass ich jederzeit und überall für meine Auftraggeber und Partner erreichbar bin. Das verschafft mir Flexibilität und Freiheit bei der Ausübung meines Jobs.

Für-Gründer.de: Was macht in Ihren Augen eine Vorbild-Unternehmerin aus?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari:

Ich sehe ganz klar Leidenschaft, Freude und Engagement bei den Frauen des Netzwerkes – und natürlich bei mir. Wir lieben es, selbstständig zu sein und Verantwortung zu übernehmen.

Für-Gründer.de: Wie sehen nun Ihre Aufgaben und Möglichkeiten als ernannte Vorbild-Unternehmerin aus?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: In erster Linie geht es darum, andere Frauen zu ermutigen, den Schritt zur Unternehmerin zu wagen. Derzeit plant eine Gruppe Berliner und Brandenburger Vorbildunternehmerinnen die Unternehmerinnen-Safari. Das Angebot richtet sich an Frauen, die einen Blick hinter die Kulissen werfen wollen. Dafür haben zukünftige Unternehmerinnen die Chance, uns jeweils einen Tag lang im Arbeitsalltag zu begleiten. Das wird sicher spannend.

Für-Gründer.de: Wie glauben Sie, könnte man mehr Frauen zur Selbstständigkeit motivieren und beim Prozess der Gründung unterstützen?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Durch meine Arbeit begleite ich junge Unternehmen ja sowieso schon jeden Tag. Dabei tausche ich mich mit den Gründerinnen und Gründern über die kleinen Schritte aus und überlege, wie man dieses oder jenes besser machen kann.

Die Initiative „Frauen unternehmen“ sehe ich als einen weiteren Schritt, um Gründerinnen auf ihrem Weg in die Selbstständigkeit zu unterstützen. Die ernannten Vorbild-Unternehmerinnen sind ideale Botschafterinnen für das Unternehmertum.

Begeisterte und leidenschaftliche Unternehmerinnen liefern echte Fallbeispiele – besser kann man doch kaum Lust auf den Schritt in die Selbstständigkeit machen.

Bianca Gabbey von FRAUEN unternehmen
Bianca Gabbey, Teilnehmerin an der Unternehmerinnen-Safari und Gründerin von KINGKONGkommunikation (Foto: KINGKONGkommunikation)

Unterstützung gibt es ja eine Menge, von der Beratung bis zur finanziellen Förderung. Das alles zusammenzubringen und für sich zu bündeln, ist schon die erste unternehmerische Aufgabe, die es zu bewältigen gilt. Eine Feuerprobe, die bestanden werden muss.

Wir bieten natürlich auch einen Erfahrungsaustausch und mit der Unternehmerinnen-Safari einen Eindruck, wie Unternehmertum als Frau gehen kann.

Für-Gründer.de: Welche Erfahrungen und Kenntnisse möchten Sie interessierten Gründerinnen weitergeben.

Bianca Gabbey von FRAUEN unternehmen:

Ich möchte in erster Linie die Flexibilität und die Freiheit zeigen, die das Unternehmertum bietet.

Meine Partnerin und ich haben uns ja ganz bewusst entschieden, keine große Agentur mit Angestellten aufzubauen. Denn auch meine Partnerin ist Mutter und genießt die Zeit mit den Kindern. Deshalb arbeiten wir seit unserer Gründung mit einem großen und zuverlässigen Netzwerk an Spezialisten zusammen. Auf diese Weise bleibt jeder sein eigener Chef und behält seine Eigenverantwortung. Das funktioniert super und alle sind glücklich damit.

Durch die Eigenverantwortung eines jeden, entwickeln wir uns auch ständig weiter. Das heißt, wir profitieren davon, dass jeder auf seinem Gebiet immer besser werden muss, um unternehmerisch erfolgreich zu sein.

Für-Gründer.de: Warum ist es Ihnen persönlich wichtig, sich im Netzwerk „Frauen unternehmen“ zu engagieren?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Ich bin unheimlich gerne selbstständig und eigenverantwortlich tätig. Für mich eröffnete die Selbstständigkeit völlig neue Perspektiven hinsichtlich der Zeiteinteilung, der Eigenverantwortung und auch der Möglichkeiten, mein Wissen und meine Interessen im Beruf einzusetzen.

In der Selbstständigkeit lege ich meine Grenzen bis zu einem ganz hohen Grad selber fest. Genau diese Erfahrungen will ich mit anderen Frauen teilen. Ich will ihnen Mut machen, den Schritt zu wagen und sich auf das Abenteuer „Unternehmerin“ einzulassen.

Für-Gründer.de: Wie haben Sie bisher das Umfeld der männerdominierten Gründerlandschaft als Unternehmerin wahrgenommen? Werden Sie anders behandelt, weil Sie eine Frau sind?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Es ist schwer zu sagen, ob ich anders behandelt werde, weil ich eine Frau bin. Es gibt immer Menschen, mit denen man gut und weniger gut klarkommt. Ich würde also eher nicht unterstellen, dass mich Männer anders behandeln, weil ich eine Frau bin.

Laut einer Studie von Gather, Schmidt und Ulbricht aus dem Jahr 2010 allerdings verdienen Frauen in der Selbstständigkeit im Durchschnitt deutlich weniger Geld als die männlichen Kollegen – genau genommen nur halb so viel. Allein der Fakt legt nahe, dass Unternehmerinnen anders behandelt werden als Unternehmer.

Aus solchen Gründen ist es wichtig, dass Frauen lernen, zu netzwerken und sich zu unterstützen. Männer nutzen Netzwerke derzeit tatsächlich noch besser für die Karriere als Frauen dies tun.

Für-Gründer.de: Welche Erfahrungen haben Sie in Bezug auf Förderangebote und die allgemeine Unterstützung für Gründerinnen gemacht?

Bianca Gabbey von Unternehmerinnen-Safari: Ehrlich gesagt kann ich hier nur von meinen eigenen Erfahrungen berichten und wiederholt auf das Netzwerken hinweisen. Es gibt Netzwerke, in denen sich Frauen und sogar Mütter im Unternehmerinnen-Alltag unterstützen und austauschen. Ich kann jeder Gründerin nur empfehlen, sich einem solchen anzuschließen.

Sonst gibt es natürlich professionelle Beratungsstellen, wie die bundesweite Gründerinnenagentur (bga), die ja auch hinter der Initiative „Frauen unternehmen“ steht. Hier bekommt man Tipps und Beratung zu Fördermöglichkeiten.

Aus beruflicher Sicht komme ich beratend und unterstützend ins Spiel, wenn es darum geht, das Produkt oder die Dienstleistung zu vermarkten. Hier kann ich Gründerinnen mit meinem Know-how natürlich fördern und voran bringen.

Für-Gründer.de: Vielen Dank für das Interview.